North vs. Duotone: Welche Kitesurf-Marke ist die richtige?
Veröffentlicht am 11. Mai 2025· Aktualisiert am 6. Juli 2026· 4 Min. Lesezeit
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Unter Kitesurfern kommt die Debatte North oder Duotone bei jeder Session wieder auf. Diese beiden Premium-Marken dominieren die Reviere weltweit — auch die mauritischen Lagunen — und bieten Produktpaletten von bemerkenswertem technischem Niveau. Was viele Rider nicht wissen: Sie teilen dieselbe Geschichte. Diese zu verstehen hilft, eine fundierte Wahl zu treffen.

Zwei Marken, eine gemeinsame Geschichte
Bis 2018 wurden die „North“-Kites, die man an den Spots sah, vom Unternehmen Boards & More entwickelt, das den Namen North unter Lizenz der North Technology Group (North Sails) nutzte. Im Sommer 2018 endet die Lizenz: Boards & More behält seine Teams, seine Designer und seine Modelle, benennt sie aber in Duotone um. Der Rebel, der Evo oder der Neo setzten ihre Karriere also einfach unter einem neuen Namen fort.
Die North-Gruppe ihrerseits gründet die North Actionsports Group (mit Mystic und Magic Marine) und startet für die Saison 2020 North Kiteboarding neu: eine völlig neue Marke, entwickelt in den Niederlanden und Neuseeland, ohne technischen Zusammenhang mit den alten North-Kites.
Praktische Konsequenz: Wenn du einen North vor 2019 fährst, ist sein direkter Nachfolger bei Duotone, nicht bei North. Und die aktuellen North sind keine „alten“ neu aufgelegten Kites, sondern eine von Grund auf von einem neuen Team konzipierte Produktpalette.
Duotone im Jahr 2026: die Produktpalette
Duotone bietet eine der umfassendsten Produktpaletten am Markt, in drei Konstruktionsstufen: das Original, das SLS (Strong Light Superior, leichter und steifer) und das D/LAB, gefertigt aus dem Verbundmaterial Aluula, ultraleicht und im obersten Premiumsegment angesiedelt.
- Evo / Evo SLS / Evo D/LAB: der Allrounder-Kite der Marke — Freeride, Big Air, ein bisschen Welle. Der Evo SLS ist wohl der vielseitigste Allrounder am Markt.
- Rebel SLS: die Big-Air-Maschine, zugeschnitten auf Höhe und Hangtime.
- Neo / Neo SLS: die historische Referenz in der Welle, mit ausgezeichnetem Drift.
- Dice SLS: Freestyle und radikale Welle, für einen aggressiven Fahrstil.
- Juice: für Leichtwind konzipiert.
In Sachen Kontrolle bleibt die Click Bar mit Rädchen-Verstellung eine Signatur der Marke.
North im Jahr 2026: die Produktpalette
Das „neue“ North hat sich schnell einen soliden Ruf erarbeitet, insbesondere im Big Air, und setzt auf ein schlichtes Design und technische Materialien.
- Reach: der Allround-Kite schlechthin, erhältlich von 5 bis 19 m² — lebendig, wendig, zugänglich.
- Orbit: die Big-Air-Referenz der Marke, ausgelegt auf Höhe, Geschwindigkeit und Kontrolle bei starkem Wind.
- Pulse: Modern-C-Profil mit 5 Latten für Freestyle und Wakestyle, mit explosivem Pop.
- Code Zero: für Foil und Leichtwind konzipiert.
Das Bar-System Navigator ist bekannt für seine Verarbeitung und Ergonomie.
Welche Marke passt zu deiner Praxis?
- Anfänger / Fortschritt: Gleichstand. Ein Evo SLS oder ein Reach sind beide stabil, berechenbar und fehlerverzeihend. Die richtige Wahl ist vor allem ein aktueller Kite, der zu deinem Körpergewicht passt.
- Big Air: Beide Marken belegen die Podiumsplätze. Orbit bei North, Rebel SLS oder Evo D/LAB bei Duotone — eine Frage des Bar-Feelings mehr als der reinen Leistung.
- Freestyle: Pulse (North) und Dice SLS (Duotone) spielen in derselben Liga.
- Welle: leichter historischer Vorteil für den Neo von Duotone, der Referenz im Strapless.
- Leichtwind / Foil: Code Zero (North) und Juice (Duotone) sind zur Stelle.
- Budget und Wiederverkauf: Beide Marken sind teuer in der Anschaffung, lassen sich aber sehr gut wieder verkaufen. Die D/LAB-Konstruktionen aus Aluula kosten deutlich mehr — sie sind anspruchsvollen Fahrern vorbehalten.
Testen und kaufen auf Mauritius
An mauritischen Spots wie Le Morne wehen die Passatwinde von Mai bis Oktober mit 15 bis 25 Knoten: Die meisten Rider fahren dort mit Kites von 9 bis 12 m², einem Größenbereich, in dem beide Marken glänzen. Die Schulen und Shops der Insel arbeiten mit aktuellem Material beider Hersteller: Nutze einen Aufenthalt, um beide Bars zu testen — oft sind es die Ergonomie der Bar und das Feeling des Kites, die den Unterschied machen, weit mehr als das Datenblatt. Um deine Session vorzubereiten, wirf einen Blick in unseren vollständigen Guide zum Spot Le Morne.
Fazit
Es gibt keine falsche Wahl zwischen North und Duotone im Jahr 2026: Es sind zwei ausgereifte Produktpaletten, aus demselben Erbe hervorgegangen und vom selben Anspruch getrieben. Duotone bietet die breiteste Palette und einzigartige D/LAB-Konstruktionen; North überzeugt durch die Kohärenz seiner kurzen Palette und sein Big-Air-Image. Probiere beide unter den realen Bedingungen deines Spots aus — idealerweise in der Lagune von Le Morne — und wähle den Kite, der dir beim ersten Schlag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Quellen